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parts A B C F G1 H K1 L M Fig1 Fig1 A A1 B C J K K1 Fig2 Fig2 B C D D1 E1 F G G1 H J K L M Fig3 Fig3 B B C C D E E1 G1 H L Fig4 Fig4 A A1 D1 E E1 F F1 G1 H J K Fig5 Fig5 J J Fig6 Fig6

Köller Safety Razor

PatentDE85832

InventionBarthobel

FiledSunday, 12th May 1895

PublishedFriday, 13th March 1896

InventorHugo Köller

LanguageGerman

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A PDF version of the original patent can be found here.

Ausgegeben den 13. März 1896.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT — Nr 64903 — KLASSE 69: Schneidwerkzeuge.
HUGO KÖLLER in SOLINGEN. Barthobel Zusatz zum Patente Nr 70370 vom 16. Juni 1892. Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. Mai 1895 ab. Längste Dauer: 15. Juni 1907.

Der neue Rasirapparat bezweckt die Verbesserung des durch Patent Nr. 70370 geschützten Barthobels nach mehreren Richtungen. Die neue Construction soll es ermöglichen, daß alle zugehörigen Theile für Versand und für Reise im kleinsten Raum zusammengesteckt werden können, sodann soll sie die Aufgabe lösen, die an den bisher bekannten derartigen Modellen haftenden Uebelstände zu beseitigen, und zwar zunächst den, daß beim Einstellen der Klinge nicht unnütz Zeit verbraucht wird, erst den Griff abzuschrauben, um die Stellschraube der Unterlage zu reguliren, sondern die Einstellung sofort bei in der Hand am Stiel gehaltenem Apparat und äußerst genau vornehmen zu können; sodann ist auf bequemere und vollkommenere Reinigung Rücksicht genommen.

Der neue Apparat ist in beiliegender Zeichnung in Fig. 1 in Seitenansicht mit abgekürzt gezeichnetem Stiel dargestellt, ferner in Fig. 2 in einer Seitenansicht auf das Messer, in Fig. 3 in einem Querschnitt durch die Mitte des Messerkastens und Stieles, in Fig. 4 in einer Draufsicht auf den Messerkasten bei abgenommenem Messer, in Fig. 5 in einer Rückenansicht des Apparates mit eingeschraubtem Abziehhalter dargestellt, und in Fig. 6 ist die Messerklinge gezeichnet.

Es ist nun zunächst zu bemerken, daß in Fig. 1 und 2 das Innere des Messerkastens ganz frei bleibt und die Seiten offen sind, so daß sie das Einlegen des aus einander geschraubten Heftes, dessen einzelne Theile nicht merklich die Breite des Messerkastens in Länge überschreiten, gestatten, um dadurch den ganzen Apparat auf das in Fig. 2 und 4 gekennzeichnete Volumen zu reduciren. Dieser Messerkasten trägt bei A A1 zwei die seitlichen Oeffnungen nach oben begrenzende Lappen; BB sind an diesen Lappen nach innen zu rechtwinklig angebogene Klammern; durch die Lappen A A1 ist in geeignete Bohrungen der Stift C eingeführt, welcher parallel zu der aus an der vorderen Seite des Messerkastens gitterförmig ausgearbeiteten und ausgebauchten Unterlage L der Schneide liegt, und auf dem innerhalb der Lappen A A1 angegliedert das Messerbett D D schwingend aufgehängt ist. Das Messerbett hat winkeleisenförmigen Querschnitt; der oben liegende Schenkel D dient zur Auflage des Messerrückens, während an beiden Seiten durch Umbiegen des oberen Schenkels nach innen die Lappen E E1 zur Aufhängung des Messerbettes zwischen den Lappen A A am Stift C entstanden sind. In der Mitte der Breite trägt der andere Schenkel des Messerbettes D1 einen nach unten in Viertelkreis- oder ähnlicher Krümmung einwärts abgebogenen Arm F, der sich in einen Ausschnitt F1 der Oberkante der hinteren Messerkastenwand G einlegen kann und dabei von einer in F an der Wurzel kurz abgebogenen schrägen Zunge G1 bedeckt wird, in welcher eine Stellschraube H schräg zur Hinterwand des Messerkastens und nach oben gerichtet sitzt, die so unter den Arm F anstößt, daß sie F gleitend über sich aufzusteigen veranlaßt, wenn sie angedreht wird. Durch diesen Arm F aber wird das Messerbett veranlaßt, um den Stift C sich drehend, nach oben zu gehen und somit das Messer J zwischen den Klammern B B und dem Schenkel D einzuklemmen. Um nun auch das Messer vorwärts zu schieben, ist oberhalb des Armes F der Winkelschenkel D1 durchbohrt und nimmt daselbst eine zweite Stellschraube K auf, die mit ihrem Flantsch K1 den Rücken des Messers fest nach vorn zu pressen gestattet, so daß die auf dem Gitter L liegende Schneide ganz scharf und bestimmt eingestellt werden kann, wobei sie zugleich dann auch festgeklemmt ist, so daß ein sicheres Arbeiten mit dem Barthobel gewährleistet bleibt, weil die Klinge jede beliebige Stellung erhalten kann und, ohne irgend einen Schlüssel oder Griff abzuschrauben, stets mit allen wirkenden Schrauben zum Reguliren zur Hand liegt.

Im Boden des Messerkastens bei M ist der Stiel oder Griff eingeschraubt, der aus drei kurzen Theilen zusammengesetzt werden kann, um den üblichen Abziehhalter sowohl, als den fertig zusammengesetzten Apparat an genügend langem Stiel zu handhaben, der dabei aber innerhalb des Messerkastens bequem Raum hat, wenn aus einander genommen. Das leichte Abnehmen des Messers zum Putzen und Schleifen, da die Schrauben alle zur Hand, sowie die bequeme Zugänglichkeit des Messerkastens zum Reinigen in allen seinen Theilen, da man mit Bürste und Lappen überall leicht hineinreichen und den Apparat auswischen und trocken abreiben kann, indem man an dem Griff einen festen Halt hat, während bei den üblichen Apparaten, um das Messer abzunehmen, man den Griff abschrauben muß und das Innere des Kastens fast unzugänglich ist durch geschlossene Wangen. Diese Vortheile geben dem neuen Barthobel hervorragende und bis jetzt sehr gesuchte Eigenschaften.


PATENT-ANSPRUCH:


Eine Abänderuug des Barthobels nach Patent Nr. 70370 , gekennzeichnet durch die Verlegung des Drehpunktes (C) des Messerbettes in die Höhe der Schnittkante des Messers und durch Anbringung der zur Verstellung der Messerebene dienenden Stellschraube (H) in der Decke (G) des Gestelles, so daß eine Einstellung des Barthobels erfolgen kann, ohne daß der Handgriff abgenommen wird.